EmpCo-Richtlinie: Neue Regeln für Umweltclaims ab September 2026
BP
Brand Performance Redaktion
06. August 2026
Inhalt
Teilen:
Viele Unternehmen werben auf ihrer Website mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“. Ab dem 27. September 2026 gelten dafür strengere Vorgaben. Unternehmen müssen genauer erklären, worauf sich solche Aussagen beziehen und wie sie belegt werden können.
Nachhaltigkeit in der Unternehmenskommunikation
Nachhaltigkeit ist heute weit mehr als ein Imagefaktor. Kunden, Geschäftspartner und Bewerber möchten nachvollziehen können, wie Unternehmen Verantwortung übernehmen und welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.
Entsprechend präsent ist das Thema in der Unternehmenskommunikation: auf der Website, im Onlineshop, in Produktbeschreibungen, Broschüren oder auf Social Media. Je stärker Nachhaltigkeit als Teil der Marke eingesetzt wird, desto wichtiger sind klare, glaubwürdige und nachvollziehbare Aussagen.
„Vertrauen entsteht nicht durch große Versprechen, sondern durch Informationen, die nachvollziehbar und aktuell sind.“
Was sich ab September 2026 ändert
Mit der EmpCo-Richtlinie möchte die Europäische Union Verbraucher besser vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen. Die neuen Vorgaben werden in Deutschland über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt und gelten ab dem 27. September 2026.
Für Unternehmen bedeutet das: Allgemeine Umweltversprechen reichen künftig häufig nicht mehr aus. Wer mit Begriffen wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ wirbt, sollte deutlich machen, worauf sich diese Aussage bezieht und wie sie belegt werden kann.
Websites und Onlineshops im Fokus
Die Unternehmenswebsite oder der Onlineshop ist häufig der erste Ort, an dem sich Interessenten über Produkte, Dienstleistungen oder das Unternehmen informieren. Genau hier sollten Nachhaltigkeitsinformationen künftig besonders sorgfältig gepflegt werden.
Aussagen verständlich einordnen
Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ sollten möglichst konkret beschrieben werden. Nutzer sollten erkennen können, worauf sich eine Aussage bezieht und welche Maßnahmen dahinterstehen.
Informationen nachvollziehbar bereitstellen
Je nach Aussage können ergänzende Informationen, Zertifikate oder weitere Nachweise sinnvoll oder erforderlich sein. Diese sollten leicht auffindbar sein und regelmäßig überprüft werden, damit Inhalte aktuell bleiben.
Inhalte zentral verwalten
Nachhaltigkeitsinformationen erscheinen häufig an mehreren Stellen – beispielsweise auf Landingpages, Produktseiten oder in Downloads. Werden sie zentral gepflegt, lassen sich Änderungen schneller umsetzen und widersprüchliche Inhalte vermeiden. Ein Digital Asset Management kann Sie dabei unterstützen.
Zertifizierung ist möglich – aber nicht immer notwendig
Unternehmen müssen sich nicht automatisch zertifizieren lassen, um über Nachhaltigkeit zu informieren. Entscheidend ist, dass die jeweilige Aussage konkret, verständlich und belegbar ist. Ein anerkanntes Siegel oder eine externe Prüfung kann jedoch sinnvoll sein, wenn Umweltleistungen besonders hervorgehoben werden sollen.
Je nach Produkt oder Zielsetzung kommen beispielsweise der Blaue Engel, das EU Ecolabel, das Umweltmanagementsystem EMAS oder eine Zertifizierung nach ISO 14001 infrage. Anträge für den Blauen Engel und das EU Ecolabel werden in Deutschland über die RAL gGmbH abgewickelt; für ISO-Zertifizierungen sollten Unternehmen eine von der DAkkS akkreditierte Zertifizierungsstelle wählen. Welche Lösung passt, hängt davon ab, ob ein konkretes Produkt, eine Dienstleistung oder das Umweltmanagement des gesamten Unternehmens bewertet werden soll.
Fazit: Jetzt prüfen, später Aufwand sparen
Die neuen Vorgaben machen deutlich, dass Nachhaltigkeitsaussagen künftig genauer eingeordnet und nachvollziehbar belegt werden müssen. Wer Website, Onlineshop und digitale Inhalte frühzeitig überprüft, verhindert kurzfristige Änderungen kurz vor dem Stichtag und schafft zugleich eine verlässlichere Kommunikation.
So wird aus einer gesetzlichen Anforderung ein sinnvoller Qualitätscheck für die eigenen Inhalte: weniger pauschale Versprechen, klarere Informationen und mehr Vertrauen bei Kunden und Geschäftspartnern.
DIGITALE INHALTE & PROZESSE
Informationen verlässlich bereitstellen
Wir entwickeln Websites, Onlineshops und Marketingportale, mit denen sich Inhalte zentral pflegen, aktuell halten und über verschiedene Kanäle ausspielen lassen.