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E-Commerce Websites

Barrierefreiheit: Warum sie schon bei Konzept und Design beginnt

BP

Brand Performance Redaktion

21. August 2026

Barrierefreiheit wird bei Website-Projekten noch häufig als zusätzliche Option betrachtet. Eine bestehende Website lässt sich zwar nachträglich zugänglicher gestalten, doch dann müssen bereits abgestimmte Strukturen, Komponenten und Funktionen oft erneut überarbeitet werden. Effizienter ist es, die Anforderungen von Anfang an in Konzept, Design, Content und Technik mitzudenken.

Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken

Bei der Planung einer neuen Website stehen häufig zunächst Design, Inhalte, Funktionen und technische Anforderungen im Mittelpunkt. Barrierefreiheit wird dagegen nicht selten als zusätzlicher Baustein betrachtet, der bei Bedarf später ergänzt werden kann.

Das ist grundsätzlich möglich. Der Aufwand steigt jedoch schnell, wenn Seitenstrukturen, Designkomponenten und technische Funktionen bereits entwickelt, abgestimmt und freigegeben wurden. Nachträgliche Änderungen betreffen dann häufig mehrere Projektphasen und verursachen zusätzliche Abstimmungen, Tests und Kosten.

Denn Barrierefreiheit betrifft nicht nur einzelne Funktionen. Sie beginnt bei der Informationsarchitektur, setzt sich bei Farben, Typografie, Inhalten und Bedienelementen fort und reicht bis zur technischen Umsetzung von Navigationen, Formularen und interaktiven Komponenten.

Deshalb ist sie bei der Entwicklung von Websites und Online-Shops am sinnvollsten, wenn sie nicht erst am Ende geprüft, sondern als Qualitätsanforderung während des gesamten Projekts berücksichtigt wird.

Die Grundlage entsteht im Konzept

Viele spätere Barrieren entstehen lange bevor die erste Zeile Code geschrieben wird.

  • Wie ist die Navigation aufgebaut?
  • Finden Nutzerinnen und Nutzer wichtige Inhalte schnell?
  • Sind Seiten logisch gegliedert?
  • Ist klar erkennbar, welche Funktionen verfügbar sind und was nach einer Aktion passiert?
  • Lassen sich zentrale Aufgaben ohne unnötige Umwege erledigen?

Eine nachvollziehbare Informationsarchitektur hilft nicht nur Menschen, die Screenreader oder andere Hilfstechnologien nutzen. Sie verbessert die Orientierung grundsätzlich.

Gerade bei umfangreichen Unternehmenswebsites, Portalen oder Anwendungen mit unterschiedlichen Zielgruppen zahlt sich eine klare Struktur aus. Wer bereits im Konzept berücksichtigt, dass Inhalte auf unterschiedliche Weise wahrgenommen und bedient werden, schafft eine bessere Ausgangsbasis für das gesamte Projekt.

Dazu gehört auch, Barrierefreiheit früh in Anforderungen, Komponentenbeschreibungen und Abnahmekriterien aufzunehmen. So ist für Konzeption, Design, Redaktion und Entwicklung von Beginn an klar, welche Qualitätsziele erreicht werden sollen.

„Barrierefreiheit beginnt nicht beim Test einer fertigen Website, sondern bei den ersten Entscheidungen über Struktur, Inhalte und Nutzerführung.“

Design und Technik zusammendenken

Auch im Design werden früh wichtige Entscheidungen getroffen. Zu geringe Farbkontraste, sehr kleine Schriften, Informationen, die ausschließlich über Farben vermittelt werden, oder schwer erkennbare Bedienelemente können die Nutzung unnötig erschweren.

Gerade Farbkontraste und Schriftgrößen lassen sich bereits während des Designprozesses unkompliziert prüfen. Die genauen Anforderungen erläutert die Web Accessibility Initiative des W3C. Farbkombinationen können beispielsweise mit einem Kontrastrechner für Farben geprüft werden.

Wird erst nach der Designfreigabe festgestellt, dass Farben, Schriftgrößen, Zustände oder Komponenten angepasst werden müssen, ist das zwar weiterhin möglich. Häufig entstehen dadurch jedoch zusätzliche Abstimmungen und Überarbeitungen.

Dasselbe gilt für die Entwicklung. Eine gute technische Grundlage sorgt beispielsweise dafür, dass:

  • Überschriften semantisch korrekt aufgebaut sind,
  • Links und Buttons eindeutig erkennbar und verständlich beschriftet sind,
  • Formulare nachvollziehbare Beschriftungen und Fehlermeldungen besitzen,
  • interaktive Elemente per Tastatur bedienbar sind,
  • der aktuelle Tastaturfokus sichtbar bleibt,
  • Inhalte auch von Hilfstechnologien sinnvoll interpretiert werden können.

Barrierefreiheit entsteht deshalb weder allein im Design noch allein in der Entwicklung. Konzept, Gestaltung, Content und Technik müssen zusammenspielen. Frühzeitige Prüfungen von Entwürfen, Prototypen und zentralen Komponenten helfen dabei, Probleme zu erkennen, bevor sie sich über die gesamte Website fortsetzen.

Praxisbeispiel aus unseren Projekten

DVE-Relaunch: Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht

Für den Deutschen Verband Ergotherapie haben wir eine zentrale Plattform entwickelt, die Website, Mitgliederportal und Akademie verbindet. Klare Strukturen und eine verständliche Nutzerführung zeigen, wie Barrierefreiheit bereits in Konzept, Design und Technik berücksichtigt werden kann.

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Barrierefreiheit und agentisches Browsing

KI-Agenten können Websites zunehmend selbstständig durchsuchen und bedienen. Klare Strukturen und eindeutig beschriftete Funktionen helfen deshalb Menschen, Hilfstechnologien und automatisierten Systemen gleichermaßen.

Google greift diese Entwicklung mit der Lighthouse-Kategorie „Agentic Browsing“ auf. Sie prüft unter anderem Beschriftungen, Seitenstabilität und WebMCP – eine noch experimentelle Schnittstelle, über die Websites ihre Formulare und Funktionen gezielt für KI-Agenten beschreiben können.

Für viele Onlineshops und Buchungssysteme ist Barrierefreiheit durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ohnehin relevant. Eine Umsetzung nach den WCAG, den international etablierten Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, verbessert zugleich die Grundlage für Nutzerfreundlichkeit, SEO und agentische Nutzung.

Barrierefreiheit verbessert Websites insgesamt

Barrierefreiheit wird häufig vor allem mit gesetzlichen Anforderungen verbunden. Ihr Nutzen reicht jedoch deutlich weiter.

Klare Navigationen, verständliche Inhalte, gute Kontraste, eindeutige Formulare und konsistente Bedienelemente machen Websites für viele Menschen einfacher nutzbar. Davon profitieren beispielsweise auch:

  • ältere Nutzerinnen und Nutzer
  • Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen
  • Besucherinnen und Besucher mit kleinen Displays
  • Menschen unter ungünstigen Lichtverhältnissen
  • Nutzerinnen und Nutzer, die eine Website unter Zeitdruck bedienen

Viele Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit sind damit zugleich Maßnahmen für eine bessere User Experience. Sie erleichtern die Orientierung, reduzieren Bedienfehler und helfen dabei, zentrale Inhalte und Funktionen schneller zu erreichen.

Für Unternehmen bedeutet das: Investitionen in Barrierefreiheit verbessern nicht nur die Zugänglichkeit. Sie können zugleich die Qualität, Wartbarkeit und langfristige Nutzbarkeit des gesamten digitalen Angebots stärken.

Fazit: Früh mitdenken reduziert späteren Aufwand

Eine bestehende Website kann selbstverständlich nachträglich zugänglicher gestaltet werden. Je später das Thema jedoch berücksichtigt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass bereits freigegebene Designs, Komponenten, Inhalte oder technische Funktionen erneut angepasst werden müssen.

Wer Barrierefreiheit bereits bei Konzeption und Design einplant, schafft bessere Voraussetzungen für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Gleichzeitig entstehen meist klarere Strukturen, verständlichere Bedienwege und eine technisch sauberere Website.

Barrierefreiheit ist damit weniger ein zusätzlicher Arbeitsschritt am Ende eines Projekts als ein Qualitätsmerkmal guter Webentwicklung.

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Wir berücksichtigen Barrierefreiheit bereits bei Konzeption, Design, Content und technischer Umsetzung und entwickeln digitale Lösungen, die nutzerfreundlich, langfristig wartbar und zukunftsfähig sind.

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